Luther > AT > Hiob > Kapitel 29 🢞 Luther mit Strongs

Hiob 29

Hiobs früheres Glück.

 1  Und Hiob hob abermals an seine Sprüche und sprach:

 2  O dass ich wäre wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behütete;  3  da seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich bei seinem Licht in der Finsternis ging; (Ps. 18,29)  4  wie ich war in der Reife meines Lebens, da Gottes Geheimnis über meiner Hütte war; (Ps. 25,14)  5  da der Allmächtige noch mit mir war und meine Kinder um mich her;  6  da ich meine Tritte wusch in Butter und die Felsen mir Ölbäche gossen;

 7  da ich ausging zum Tor in der Stadt und mir ließ meinen Stuhl auf der Gasse bereiten;  8  da mich die Jungen sahen und sich versteckten, und die Alten vor mir aufstanden;  9  da die Obersten aufhörten zu reden und legten ihre Hand auf ihren Mund;  10  da die Stimme der Fürsten sich verkroch und ihre Zunge an ihrem Gaumen klebte!  11  Denn wessen Ohr mich hörte, der pries mich selig; und wessen Auge mich sah, der rühmte mich.

 12  Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und den Waisen, der keinen Helfer hatte. (3.Mose 19,18; 2.Mose 22,20-21)  13  Der Segen des, der verderben sollte, kam über mich; und ich erfreute das Herz der Witwe.  14  Gerechtigkeit war mein Kleid, das ich anzog wie einen Rock; und mein Recht war mein fürstlicher Hut.  15  Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß.  16  Ich war ein Vater der Armen; und die Sache des, den ich nicht kannte, die erforschte ich. (Hiob 31,18)  17  Ich zerbrach die Backenzähne des Ungerechten und riss den Raub aus seinen Zähnen. (Ps. 58,7)  18  Ich gedachte: „Ich will in meinem Nest ersterben und meiner Tage viel machen wie Sand.“  19  Meine Wurzel war aufgetan dem Wasser, und der Tau blieb über meinen Zweigen.  20  Meine Herrlichkeit erneute sich immer an mir, und mein Bogen ward immer stärker in meiner Hand.

 21  Sie hörten mir zu und schwiegen und warteten auf meinen Rat.  22  Nach meinen Worten redete niemand mehr, und meine Rede troff auf sie.  23  Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf als nach dem Spätregen.  24  Wenn ich mit ihnen lachte, wurden sie nicht zu kühn darauf; und das Licht meines Angesichts machte mich nicht geringer.  25  Wenn ich zu ihrem Geschäft wollte kommen, so musste ich obenan sitzen und wohnte wie ein König unter Kriegsknechten, da ich tröstete, die Leid trugen.

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Digitalisierte historische Bibelausgaben des 16. und 18. Jh. (auf bibellogos.info): Hebräisch: Hiob 27,23 bis 29,9; Hiob 29,10 bis 30,19; Luther (1570): Hiob 28,10 bis 29,25

Übersetzungen anderer Websites (in neuem Fenster): Schlachter (2000), Elberfelder Übersetzung (Edition CSV Hückeswagen).

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2Und die Philister riefen ihre Priester und Weissager und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des HErrn machen? Lehret uns, womit sollen wir sie an ihren Ort senden? 3Sie sprachen: Wollt ihr die Lade des Gottes Israels senden, so sendet sie nicht leer, sondern sollt ihm vergelten ein Schuldopfer; so werdet ihr gesund werden und wird euch kund werden, warum seine Hand nicht von euch lässt. 4Sie aber sprachen: Welches ist das Schuldopfer, das wir ihm geben sollen? Sie antworteten: Fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse nach der Zahl der fünf Fürsten der Philister; denn es ist einerlei Plage gewesen über euch alle und über eure Fürsten. 5So müsset ihr nun machen Bilder eurer Beulen und eurer Mäuse, die euer Land verderbt haben, dass ihr dem Gott Israels die Ehre gebet; vielleicht wird seine Hand leichter werden über euch und über euren Gott und über euer Land. 6Warum verstockt ihr euer Herz, wie die Ägypter und Pharao ihr Herz verstockten? Ist's nicht also: da er seine Macht an ihnen bewies, ließen sie sie fahren, dass sie hingingen? 7So nehmet nun und machet einen neuen Wagen und zwei junge, säugende Kühe, auf die nie ein Joch gekommen ist, und spannet sie an den Wagen und lasst ihre Kälber hinter ihnen daheimbleiben. 8Und nehmet die Lade des HErrn und legt sie auf den Wagen; und die goldenen Kleinode, die ihr ihm zum Schuldopfer gebet, tut in ein Kästlein neben ihre Seite. Und sendet sie hin und lasst sie gehen. 9Und sehet zu: geht sie hin auf dem Weg ihrer Grenze gen Beth-Semes, so hat er uns all das große Übel getan; wo nicht, so werden wir wissen, dass sein Hand uns nicht gerührt hat, sondern es ist uns ungefähr widerfahren.

1.Sam. 6,2 bis 1.Sam. 6,9 - Luther (1912)