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Hoheslied 2

 1  "Ich bin eine Lilie aus dem Scharon[*]Scharon. Die Ebene voller üppiger Wiesen ist ein 15 km breiter und 75 km langer sehr fruchtbarer Streifen am Mittelmeer von Lydda im Süden bis zum Berg Karmel im Norden., / eine weiße Blume der Täler."

 2  "Wie eine Lilie unter Disteln, / so ist meine Freundin unter den Mädchen."

 3  "Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen im Wald / ist mein Geliebter unter den Männern. / In seinem Schatten wollte ich sitzen, / und seine Frucht war meinem Gaumen süß."

 4  Er hat mich ins Weinhaus[*]Weinhaus. Es symbolisiert wahrscheinlich den Weinberg. Die Szene spielt im Freien wie 1,17. geführt. / Die Liebe ist sein Banner über mir.  5  Stärkt mich mit Rosinenkuchen, / erfrischt mich mit Äpfeln, / denn ich bin krank vor Liebe. (Hohesl. 5,8)  6  Sein linker Arm liegt unter meinem Kopf, / und mit dem rechten hält er mich umschlungen. (Hohesl. 8,3)  7  Ich beschwöre euch, ihr Töchter von Jerusalem, / bei Hirschkuh und Gazelle auf der Flur: / "Weckt die Liebe nicht / und scheucht sie nicht auf, / bis es ihr selber gefällt!" (Hohesl. 3,5; Hohesl. 8,4)

Ausdruck gegenseitiger Liebe (2-3)

 8  Horch - mein Geliebter! / Schau, da kommt er! / Er springt über die Berge, / hüpft über die Hügel.  9  Mein Geliebter gleicht einer Gazelle / oder einem jungen Hirsch. / Sieh, da steht er vor unserem Haus, / schaut durch die Fenster herein, / späht durch die Gitter. (Hohesl. 2,17; Hohesl. 8,14)  10  Mein Liebster begann und sagte zu mir:

"Steh auf, meine Freundin, / meine Schöne, und komm!  11  Sieh doch, der Winter ist vorüber, / die Regenzeit vergangen, vorbei!  12  Die Blumen zeigen sich im Land, / die Zeit der Lieder ist da. / Turteltauben gurren überall.  13  Die Feige rötet ihre Knoten, / die Reben blühen und verströmen ihren Duft. / Steh auf, meine Freundin, / meine Schöne, und komm!  14  Mein Täubchen in den Felsen, / in der Bergwand, im Versteck: / Lass mich deinen Anblick genießen, / lass mich hören deine süße Stimme, / zeig mir dein liebes Gesicht!" (Hohesl. 4,7)

 15  Greift uns die Füchse, / die kleinen Füchse, / die den Weinberg verwüsten, / denn unsere Weinberge blühen.

 16  Mein Liebster gehört mir, / und ich gehöre ihm, / der seine Herde unter Lilien weidet, (Hohesl. 6,3)  17  bis der Abendwind weht und die Schatten fliehen. / Nun geh,[*]Nun geh. Wörtlich: wende dich. mein Geliebter, sei wie die Gazelle, / wie ein junger Hirsch auf den zerklüfteten Bergen. (Hohesl. 8,14)

 

© 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.12)
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