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Markus 8

4000 Menschen werden satt

 1  Damals war wieder eine große Menschenmenge bei Jesus, die nichts zu essen hatte. Da rief Jesus die Jünger zu sich und sagte:  2  "Diese Leute tun mir leid. Seit drei Tagen sind sie hier bei mir und haben nichts zu essen. (Mark. 6,34-44)  3  Und wenn ich sie jetzt hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen, denn sie sind zum Teil von weit her gekommen."  4  "Wo soll man denn hier in dieser Einöde Brot hernehmen, um all die Menschen satt zu machen?", fragten die Jünger.  5  Doch Jesus fragte zurück: "Wie viel Brote habt ihr?" – "Sieben", antworteten sie.  6  Da forderte er die Leute auf, sich auf die Erde zu setzen. Er nahm die sieben Fladenbrote, dankte Gott dafür, brach sie in Stücke und gab sie seinen Jüngern zum Austeilen. Die Jünger verteilten sie an die Menge.  7  Sie hatten auch noch einige kleine Fische dabei. Jesus ließ sie ebenfalls austeilen, nachdem er sie gesegnet hatte.  8  Die Leute aßen, bis sie satt waren, und füllten sogar noch sieben große Körbe mit den übrig gebliebenen Brocken.  9  Es waren wenigstens viertausend Menschen.

Als Jesus dann die Leute nach Hause geschickt hatte,

Es geht um Zeichen

 10  stieg er mit seinen Jüngern in ein Boot und fuhr in die Gegend von Dalmanuta[*]Dalmanuta. Das ist wohl eine aramäische Wendung, die den Jüngern bekannt war, und bedeutet "sein Zufluchtsort". Der Begriff Magadan, den Matthäus 15,39 für die gleiche Stelle verwendet, bedeutet "die (glücklichen) Wasser des Gad". Beides deutet auf Tabgha hin, das damals zu Kafarnaum gehörte. Der Platz, 2 km südlich von Kafarnaum in der Nähe von sieben Quellen, war der Ort, an den Jesus sich gern zurückzog..  11  Gleich kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit ihm. Sie wollten ihm eine Falle stellen und verlangten ein Zeichen vom Himmel. (Joh. 6,30)  12  Da seufzte er tief und sagte: "Was verlangt diese Generation ständig nach einem Zeichen? Ich versichere euch: Dieses Geschlecht wird niemals ein Zeichen bekommen."  13  Dann ließ er sie stehen, stieg wieder ins Boot und fuhr ans gegenüberliegende Ufer.  14  Die Jünger vergaßen, Brote mitzunehmen. Nur ein einziges Fladenbrot hatten sie bei sich im Boot.  15  Als Jesus nun warnend sagte: "Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes!", (Luk. 12,1; Mark. 3,6)  16  dachten sie, er sage das, weil sie kein Brot mitgenommen hatten.  17  Als Jesus merkte, was sie beschäftigte, sagte er: "Was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt? Begreift ihr es immer noch nicht? Versteht ihr denn gar nichts? Sind eure Herzen so verschlossen? (Mark. 6,52)  18  Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt Ohren – könnt ihr nicht hören? Erinnert ihr euch nicht daran, (Matth. 13,13; Matth. 13,16)  19  wie viel Körbe voll Brotstücke ihr eingesammelt habt, als ich die fünf Brote für die Fünftausend austeilte?" – "Zwölf", sagten sie. (Mark. 6,41-44)  20  "Und als ich die sieben Brote für die Viertausend teilte, wie viel Körbe voll Brocken habt ihr da aufgesammelt?" – "Sieben", antworteten sie.  21  Da sagte er: "Begreift ihr es immer noch nicht?"

 22  Als sie nach Betsaida kamen, brachten die Leute einen Blinden zu Jesus und baten ihn, den Mann anzurühren. (Mark. 6,56)  23  Jesus fasste ihn an der Hand und führte ihn aus dem Dorf hinaus. Dort benetzte er die Augen des Blinden mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte dann: "Siehst du etwas?" (Joh. 9,6)  24  Der Mann blickte auf und sagte: "Ja, ich sehe Menschen, aber sie sehen aus wie umhergehende Bäume."  25  Da legte Jesus ihm noch einmal die Hände auf die Augen. Nun war er geheilt und konnte alles genau und deutlich erkennen.  26  Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: "Geh aber nicht durchs Dorf!" (Mark. 7,36)

Wer ist Jesus?

 27  Jesus zog mit seinen Jüngern weiter in die Dörfer von Cäsarea Philippi[*]Cäsarea Philippi. Philippus II. hatte die Stadt Paneas am südwestlichen Abhang des Hermon im Quellgebiet des Jordan zur Hauptstadt seines Herrschaftsgebietes gemacht und zu Ehren des Kaisers Cäsarea genannt. Die Stadt, die aus einer Anhäufung kleinerer Siedlungseinheiten bestand, lag etwa 45 km nördlich von Betsaida.. Unterwegs fragte er sie: "Für wen halten mich die Leute?"  28  "Einige halten dich für Johannes den Täufer", antworteten sie, "andere für Elija und wieder andere für einen der alten Propheten." (Mark. 6,15)  29  "Und ihr", fragte er weiter, "für wen haltet ihr mich?" – "Du bist der Messias", erwiderte Petrus.  30  Aber Jesus schärfte ihnen ein, mit niemand darüber zu reden. (Mark. 9,9)  31  Dann begann er ihnen klarzumachen, dass der Menschensohn vieles erleiden und von den Ratsältesten, den Hohen Priestern[*]In neutestamentlicher Zeit bestimmten die Römer, wer in Israel Hoherpriester werden konnte. Wenn im Neuen Testament eine Mehrzahl von Hohen Priestern erwähnt wird, sind sowohl der amtierende als auch die inzwischen abgesetzten Hohen Priester gemeint sowie weitere Mitglieder der hohenpriesterlichen Familien, die hohe Positionen in der Tempelverwaltung innehatten. und Gesetzeslehrern verworfen werden müsse, er müsse getötet werden und am dritten Tag[*]dritten Tag. Nach jüdischer Zählweise bedeutet das nicht drei Tage später, weil die angebrochenen Tage gewöhnlich als volle Tage gerechnet wurden. Am ersten Tag würde er sterben, am dritten Tag auferstehen. auferstehen.  32  Als er ihnen das so offen sagte, nahm Petrus ihn beiseite und machte ihm Vorwürfe.  33  Doch Jesus drehte sich um, sah die anderen Jünger an und wies Petrus scharf zurecht: "Geh mir aus den Augen, du Satan! Was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern von Menschen."

 34  Dann rief Jesus seine Jünger und die Menge zu sich und sagte: "Wenn jemand mein Jünger sein will, dann muss er sich selbst verleugnen, er muss sein Kreuz aufnehmen und mir folgen.  35  Denn wer sein Leben unbedingt bewahren will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben meinetwegen und wegen der guten Botschaft verliert, der wird es retten. (Matth. 10,39)  36  Denn was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben verliert?  37  Was könnte er denn als Gegenwert für sein Leben geben?  38  Denn wer in dieser von Gott abgefallenen sündigen Welt nicht zu mir und meiner Botschaft steht, zu dem wird auch der Menschensohn nicht stehen, wenn er - begleitet von den heiligen Engeln - in der strahlenden Herrlichkeit seines Vaters kommt." (Matth. 10,33)

 

© 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.12)
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