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5. Mose 4

Ermahnung zum Gehorsam gegen das Gesetz.

 1  »Und nun, Israel, höre auf die Satzungen und auf die Verordnungen, deren Beobachtung ich euch lehren will, damit ihr am Leben bleibt und in den Besitz des Landes kommt, das der HErr, der Gott eurer Väter, euch geben will!  2  Ihr sollt zu den Geboten, die ich euch zur Pflicht mache, nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des HErrn, eures Gottes, beobachtet, die ich euch zur Pflicht mache. (5.Mose 13,1; Spr. 30,6; Offenb. 22,18-19)  3  Ihr habt mit eigenen Augen gesehen, was der HErr wegen des Baal-Peor getan hat; denn alle Männer, die dem Baal-Peor nachgingen, hat der HErr, dein Gott, aus deiner Mitte vertilgt, (4.Mose 25,3-9)  4  während ihr, die ihr am HErrn, eurem Gott, festgehalten habt, heute noch alle am Leben seid.  5  Bedenkt wohl: ich habe euch Satzungen und Verordnungen gelehrt, wie der HErr, mein Gott, mir geboten hat, damit ihr nach ihnen handelt in dem Lande, in das ihr einzieht, um es in Besitz zu nehmen.  6  So beobachtet sie denn und haltet sie! Denn darin soll eure Weisheit und eure Einsicht nach dem Urteil der übrigen Völker bestehen, die, wenn sie von all diesen Satzungen Kenntnis erhalten werden, bekennen müssen: „Wahrlich, ein weises und einsichtiges Volk ist diese große Volksgemeinde!“  7  Denn wo gäbe es sonst noch ein großes Volk, das eine Gottheit hätte, die ihm so nahe stände, wie der HErr, unser Gott, zu uns steht, sooft wir zu ihm rufen? (5.Mose 33,29; 2.Sam. 7,23)  8  Und wo gäbe es sonst noch ein großes Volk, das so gerechte Satzungen und Verordnungen hätte wie dies ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege?«  9  »Nur hüte dich und nimm dich wohl in acht, dass du die Ereignisse nicht vergisst, die du mit eigenen Augen gesehen hast, und lass sie dir dein ganzes Leben lang nicht aus der Erinnerung entschwinden! Nein, tu sie deinen Kindern und Kindeskindern kund! (Ps. 103,2)  10  (Gedenke insbesondere) des Tages, als du am Horeb vor dem HErrn, deinem Gott, standest, als der HErr mir gebot: „Versammle mir das Volk: ich will sie meine Worte hören lassen, damit sie mich fürchten lernen, solange sie auf dem Erdboden leben, und es auch ihre Kinder lehren!“ (2.Mose 19,17; 5.Mose 6,7; 5.Mose 11,19)  11  Da tratet ihr nahe heran und stelltet euch am Fuß des Berges auf, während der Berg bis in das Innerste des Himmels hinein in Feuerglut brannte, von Finsternis, Gewölk und Wetterdunkel umgeben.  12  Der HErr redete dann zu euch mitten aus dem Feuer heraus; den Schall seiner Worte vernahmt ihr wohl, aber nur den Schall; eine Gestalt dagegen nahmt ihr nicht wahr.  13  Er verkündete euch seinen Bund, den er euch zu halten gebot, die zehn Gebote, die er dann auf zwei Steintafeln schrieb. (2.Mose 31,18)  14  Mir aber trug der HErr damals auf, euch Satzungen und Verordnungen zu lehren, die ihr befolgen solltet in dem Lande, in das ihr hinüberziehen würdet, um es in Besitz zu nehmen.

 15  Da ihr nun an dem Tage, als der HErr am Horeb aus dem Feuer heraus zu euch redete, keinerlei Gestalt von ihm gesehen habt,  16  so hütet euch mit aller Sorgfalt davor, euch dadurch zu versündigen, dass ihr euch ein Gottesbild in der Gestalt irgendeiner Bildsäule anfertigt, die Nachbildung eines männlichen oder weiblichen Wesens, (2.Mose 20,4)  17  die Nachbildung irgendeines vierfüßigen Tieres, das auf der Erde lebt, die Nachbildung eines beschwingten Vogels, der am Himmel (= in der Luft) fliegt,  18  die Nachbildung irgendeines Tieres, das auf dem Erdboden kriecht, die Nachbildung irgendeines Fisches, der im Wasser unter der Erde lebt.  19  Lass dich auch, wenn du deine Augen zum Himmel hin erhebst, durch den Anblick der Sonne, des Mondes und der Sterne, des ganzen Himmelsheeres, nicht dazu verführen, dich vor ihnen niederzuwerfen und ihnen zu dienen. Denn der HErr, dein Gott, hat sie allen anderen Völkern unter dem ganzen Himmel zur Verehrung zugewiesen: (5.Mose 17,3)  20  euch aber hat der HErr genommen und euch aus dem Eisenschmelzofen, aus Ägypten, herausgeführt, damit ihr sein Eigentumsvolk würdet, wie ihr es am heutigen Tage seid. (2.Mose 19,5-6)  21  Gegen mich aber ist der HErr um euretwillen in solchen Zorn geraten, dass er geschworen hat, ich solle nicht den Jordan überschreiten und nicht das schöne Land betreten, das der HErr, dein Gott, dir zum Besitz geben will; (5.Mose 3,26)  22  sondern ich muss in diesem Lande sterben, ohne über den Jordan zu kommen, während ihr hinüberziehen werdet und jenes schöne Land in Besitz nehmt.  23  So hütet euch nun, den Bund, den der HErr, euer Gott, mit euch geschlossen hat, zu vergessen und euch ein Gottesbild anzufertigen, ein Abbild von irgendetwas, das der HErr, dein Gott, dir verboten hat;  24  denn der HErr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott.« (5.Mose 9,3; 2.Mose 20,5; Jes. 10,17; Hebr. 12,29)

 25  »Wenn euch dann Kinder und Kindeskinder geboren sind und ihr euch in dem Lande eingelebt habt und euch dann versündigt, indem ihr euch ein Gottesbild in irgendeiner Gestalt anfertigt und somit tut, was dem HErrn, eurem Gott, missfällt, so dass ihr ihn erbittert,  26  so rufe ich heute den Himmel und die Erde zu Zeugen gegen euch an, dass ihr dann unfehlbar gar bald aus dem Lande verschwinden werdet, in das ihr jetzt über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen. Ihr werdet dann nicht lange Zeit in ihm wohnen bleiben, sondern gänzlich daraus vertilgt werden. (5.Mose 30,19; 5.Mose 31,28; 5.Mose 32,1)  27  Der HErr wird euch dann unter die Völker zerstreuen, und nur eine geringe Zahl von euch wird übrigbleiben unter den Heidenvölkern, zu denen der HErr euch führen wird.  28  Dort werdet ihr dann Göttern dienen, die von Menschenhänden aus Holz und Stein gemacht sind, die weder sehen noch hören, nicht essen und nicht atmen (oder: nicht schmecken und nicht riechen) können. (5.Mose 28,36; Ps. 115,4-7)  29  Aber von dort aus wirst du den HErrn, deinen Gott, suchen, und du wirst ihn finden, wenn du mit ganzem Herzen und ganzer Seele nach ihm verlangst. (Ps. 27,8; Jer. 29,13-14)  30  Wenn du in Bedrängnis bist und alle diese Leiden dich in zukünftigen Tagen treffen, so wirst du zum HErrn, deinem Gott, zurückkehren und seinen Befehlen gehorchen. (3.Mose 26,40)  31  Denn der HErr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott: er wird dich nicht verlassen und dich nicht ins Verderben geraten lassen und wird den Bund nicht vergessen, den er deinen Vätern mit einem Eide bekräftigt hat.«

 32  »Denn forsche doch in den früheren Zeiten nach, die vor dir gewesen sind, seit dem Tage, wo Gott Menschen auf der Erde geschaffen hat, und forsche von einem Ende des Himmels bis zu dessen anderem Ende nach, ob je etwas so Großes sich zugetragen hat oder etwas Derartiges gehört worden ist:  33  ob je ein Volk die Stimme Gottes mitten aus dem Feuer heraus hat reden hören, wie du sie gehört hast, und dennoch am Leben geblieben ist; (2.Mose 20,1; 2.Mose 20,19)  34  oder ob je ein Gott auch nur den Versuch gemacht hat, auf die Erde zu kommen, um sich ein Volk mitten aus einem andern Volk herauszuholen durch Prüfungen, durch Zeichen und Wunder, durch Krieg, mit starker Hand und hocherhobenem Arm und durch schreckenerregende Großtaten, wie das alles der HErr, euer Gott, in Ägypten vor euren Augen an euch (oder: für euch) getan hat. (5.Mose 7,19)  35  Du hast es zu sehen bekommen, um zu erkennen, dass der HErr der (einzige) Gott ist und dass es keinen anderen außer ihm gibt. (5.Mose 32,39)  36  Vom Himmel her hat er dich seine Stimme hören lassen, um dich zu unterweisen, und auf der Erde hat er dich sein gewaltiges Feuer sehen lassen, und aus dem Feuer heraus hast du seine Worte vernommen.  37  Weil er also deine Väter geliebt und ihre Nachkommen nach ihnen erwählt und in eigener Person mit seiner großen Kraft dich aus Ägypten herausgeführt hat, (2.Mose 33,14)  38  um Völker, die dir an Größe und Macht überlegen waren, vor dir zu vertreiben und um dich herzubringen, damit er dir ihr Land als Eigentum gebe, wie es am heutigen Tage der Fall ist –  39  so erkenne es heute und nimm es dir zu Herzen, dass der HErr (allein) Gott ist oben im Himmel und unten auf der Erde, sonst aber keiner.  40  Darum beobachte seine Satzungen und Gebote, die ich dir heute zur Pflicht mache, damit es dir und deinen Kindern nach dir gut ergeht und du lange in dem Lande wohnen bleibst, das der HErr, dein Gott, dir für immer geben will.«

Freistädte im Ostjordanland.

 41  Damals sonderte Mose im Ostjordanlande drei Städte aus, (4.Mose 35,6-29; 5.Mose 19,2-13)  42  damit ein Totschläger, der einen andern unvorsätzlich getötet hätte, ohne vorher mit ihm verfeindet gewesen zu sein, in eine von diesen Städten fliehen und dadurch sein Leben retten könnte.  43  Diese Städte waren: Bezer in der Steppe, im Gebiet der Hochebene, für den Stamm Ruben, ferner Ramoth in Gilead für den Stamm Gad und Golan in Basan für den Stamm Manasse.

Überleitung zum Gesetz.

 44  Und dies ist das Gesetz, das Mose den Israeliten vorlegte;  45  dies sind die Zeugnisse und die Satzungen und die Verordnungen, die Mose den Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten vortrug,  46  und zwar jenseits des Jordans in dem Tal gegenüber von Beth-Peor im Lande des ehemaligen Amoriterkönigs Sihon, der in Hesbon gewohnt (= residiert) hatte und den Mose und die Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten geschlagen  47  und dessen Land sie in Besitz genommen hatten ebenso wie das Land Ogs, des Königs von Basan, (das Land) der beiden Amoriterkönige, die im Ostjordanlande gewohnt hatten  48  von Aroer am Ufer des Arnonflusses an bis zum Berge Sion – das ist der Hermon –, (5.Mose 3,8-9)  49  nebst der ganzen Steppe auf der Ostseite des Jordans bis an das Meer der Steppe am Fuß der Abhänge des Pisga.

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37So brachen denn die Israeliten von Ramses nach Sukkoth zu auf, ungefähr 600000 Mann zu Fuß, die Männer allein, ungerechnet die Weiber und Kinder. 38Auch viel zusammengelaufenes Volk zog mit ihnen, dazu Kleinvieh und Rinder, eine gewaltige Menge Vieh. 39Aus dem Teig aber, den sie aus Ägypten mitgenommen hatten, buken sie (unterwegs) ungesäuerte Brotkuchen; denn er war ungesäuert, weil man sie aus Ägypten vertrieben und ihnen keine Zeit gelassen hatte; daher hatten sie auch für keine Wegzehrung sorgen können. 40Die Zeit aber, während welcher die Israeliten in Ägypten gewohnt hatten, betrug 430 Jahre; 41und nach Ablauf dieser 430 Jahre, und zwar an eben jenem Tage, zogen alle Heerscharen des HErrn aus dem Land Ägypten weg.

2.Mose 12,37 bis 2.Mose 12,41 - Menge (1939)