Luther > AT > Klagelieder > Kapitel 5 🢞 Luther mit Strongs

Klagelieder 5

Gebet des Volkes in seiner tiefsten Erniedrigung.

 1  Gedenke, HErr, wie es uns geht; schaue und siehe an unsere Schmach!  2  Unser Erbe ist den Fremden zuteil geworden und unsere Häuser den Ausländern.  3  Wir sind Waisen und haben keinen Vater; unsere Mütter sind wie Witwen.  4  Unser Wasser müssen wir um Geld trinken; unser Holz muss man bezahlt bringen lassen.  5  Man treibt uns über Hals; und wenn wir schon müde sind, lässt man uns doch keine Ruhe.  6  Wir haben uns müssen Ägypten und Assur ergeben, auf dass wir doch Brot satt zu essen haben.  7  Unsere Väter haben gesündigt und sind nicht mehr vorhanden, und wir müssen ihre Missetaten entgelten. (2.Mose 20,5; Jer. 31,29; Hesek. 18,2)

 8  Knechte herrschen über uns, und ist niemand, der uns von ihrer Hand errette.  9  Wir müssen unser Brot mit Gefahr unseres Lebens holen vor dem Schwert in der Wüste.  10  Unsere Haut ist verbrannt wie in einem Ofen vor dem gräulichen Hunger.  11  Sie haben die Weiber zu Zion geschwächt und die Jungfrauen in den Städten Judas.  12  Die Fürsten sind von ihnen gehenkt, und die Person der Alten hat man nicht geehrt.  13  Die Jünglinge haben Mühlsteine müssen tragen und die Knaben über dem Holztragen straucheln.  14  Es sitzen die Alten nicht mehr unter dem Tor, und die Jünglinge treiben kein Saitenspiel mehr.  15  Unseres Herzens Freude hat ein Ende; unser Reigen ist in Wehklagen verkehrt.  16  Die Krone unseres Hauptes ist abgefallen. O weh, dass wir so gesündigt haben! (Jer. 13,18)  17  Darum ist auch unser Herz betrübt, und unsere Augen sind finster geworden  18  um des Berges Zion willen, dass er so wüst liegt, dass die Füchse darüberlaufen.

 19  Aber du, HErr, der du ewiglich bleibest und dein Thron für und für,  20  warum willst du unser so gar vergessen und uns lebenslang so gar verlassen? (Ps. 13,2)  21  Bringe uns, HErr, wieder zu dir, dass wir wieder heimkommen; erneuere unsere Tage wie vor alters!  22  Denn du hast uns verworfen und bist allzusehr über uns erzürnt.

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23Sie sind Diener Christi? – Ich rede töricht: Ich bin's wohl mehr: Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, bin öfter gefangen, oft in Todesnöten gewesen; 24von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins; 25ich bin dreimal gestäupt, einmal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers; 26ich bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch die Flüsse, in Gefahr durch die Mörder, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern; 27in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; 28außer was sich sonst zuträgt, nämlich, dass ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinden. 29Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? 30So ich mich ja rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen.

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