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Richter 20

Das Böse muss beseitigt werden

 1  Da versammelten sich alle Männer Israels von Dan bis Beerscheba und ganz Gilead[*]Gilead. Das meint ganz Israel vom Norden bis zum Süden und dazu das Ostjordanland. in Mizpa[*]Mizpa. 12 km nördlich von Jerusalem, nicht zu verwechseln mit dem Mizpa von Kapitel 10,17.. Sie erschienen wie ein Mann vor Jahwe. (Richt. 11,11; 1.Sam. 7,5)  2  Die Oberhäupter des ganzen Volkes traten zusammen und nahmen ihren Platz in der Versammlung aller Stämme Israels ein. 400.000 mit Schwertern bewaffnete Männer hatten sich zusammengefunden.  3  Auch die Benjaminiten erfuhren von dem Treffen in Mizpa. Die versammelten Israeliten fragten nun: "Wie ist dieses Verbrechen geschehen?"  4  Da berichtete der Levit, dessen Frau ermordet worden war: "Ich kam mit meiner Nebenfrau nach Gibea, das zu Benjamin gehört, um dort zu übernachten. (Richt. 19,15)  5  In der Nacht umringten die Männer der Stadt das Haus meines Gastgebers. Sie hatten es aber auf mich abgesehen. Mich wollten sie umbringen, und meine Nebenfrau haben sie so vergewaltigt, dass sie gestorben ist.  6  Da zerteilte ich ihren Leichnam und schickte die Stücke durch ganz Israel. Jeder sollte sehen, was für ein abscheuliches Verbrechen in unserem Land begangen wurde.  7  Nun seid ihr alle hier, ihr Israeliten: Bildet euch eine Meinung und schafft Rat!"  8  Da standen sie alle auf wie ein Mann und erklärten: "Keiner von uns darf nach Hause zurückkehren,  9  bevor wir die Strafe an den Leuten von Gibea vollstreckt haben. Wir wollen das Los werfen,  10  und jeder zehnte Mann soll sich um die Verpflegung für die anderen kümmern, damit wir gleich nach Gibea in Benjamin ziehen können, um ihre Bewohner für dieses schändliche Verbrechen zu bestrafen."  11  So zogen die Israeliten wie ein Mann gegen die Stadt.  12  Gleichzeitig hatten sie Boten an den Stamm Benjamin geschickt, die ihnen ausrichten sollten: "Was ist da für eine schreckliche Untat unter euch begangen worden!  13  Liefert uns die Männer von Gibea aus! Wir werden dieses gottlose Gesindel töten und so das Böse aus Israel entfernen." Doch die Benjaminiten wollten nicht auf ihre Brüder, die Israeliten, hören.  14  Sie kamen aus ihren Städten nach Gibea, um gegen die Israeliten zu kämpfen.  15  Noch am selben Tag stellten sie ein Heer von 26.000 mit Schwertern bewaffneten Männern auf. Dazu kamen noch die Männer von Gibea, 700 geübte Krieger.  16  Im Heer Benjamins gab es 700 Elitekämpfer, die sogar mit der linken Hand Steine schleudern konnten und ihr Ziel nie verfehlten.  17  Die Israeliten hatten 400.000 mit Schwertern bewaffnete geübte Krieger aufgeboten.

Der Sieg der Benjaminiten

 18  Dann zogen die Israeliten nach Bet-El, um Gott zu fragen, wer von ihnen zuerst gegen die Benjaminiten in den Kampf ziehen sollte. Jahwe antwortete: "Juda soll anfangen!" (Richt. 20,26-27; Richt. 21,2; Richt. 1,1-2)  19  Am nächsten Morgen machten sich die Israeliten auf, zogen vor Gibea  20  und stellten sich zum Kampf gegen die Männer von Benjamin.  21  Da stürmten die Benjaminiten heraus und streckten an jenem Tag 22.000 Mann von ihnen zu Boden.[*]Gibea lag auf einem Hügel und war sehr gut zu verteidigen.  22  Doch die Männer Israels fassten Mut und stellten sich noch einmal an der gleichen Stelle zum Kampf, wo sie am ersten Tag gestanden hatten.  23  Sie waren nämlich wieder nach Bet-El gezogen und hatten bis zum Abend vor Jahwe über ihre Niederlage geweint. Dann hatten sie Jahwe befragt, ob sie wieder in den Kampf gegen die Benjaminiten, ihre Brüder, ziehen sollten. Jahwe hatte geantwortet: "Ja, zieht gegen sie!"  24  Am zweiten Tag rückten sie wieder gegen die Männer von Benjamin vor.  25  Doch die Benjaminiten brachen erneut aus der Stadt hervor und erschlugen noch einmal 18.000 Israeliten, alles mit dem Schwert bewaffnete Kämpfer. (1.Mose 49,27)  26  Da zogen die Männer Israels wieder ab und gingen nach Bet-El hinauf. Dort saßen sie klagend vor Jahwe. Sie fasteten jenen Tag bis zum Abend und brachten Jahwe dann Brand- und Freudenopfer[*]Beim Freudenopfer (wörtlich Friedens- oder Heilsopfer) durfte der größte Teil des Tieres bei einer fröhlichen Opfermahlzeit gemeinsam mit Verwandten und Freunden verzehrt werden.. (Richt. 20,18)  27  Dann befragten sie Jahwe, denn die Bundeslade Jahwes war damals gerade dort  28  und Pinhas Ben-Eleasar, der Enkel Aarons, diente als Priester. Sie fragten: "Sollen wir noch einmal gegen unsere Brüder in den Kampf ziehen, gegen die Männer aus Benjamin, oder sollen wir es aufgeben?" Da sagte Jahwe: "Ja, zieht hin! Morgen gebe ich sie in eure Hand." (Jos. 22,13)

Ein Stamm fast ausgelöscht

 29  Darauf legten die Israeliten rings um Gibea Leute in den Hinterhalt  30  und stellten sich wie an den anderen Tagen zum Kampf gegen die Benjaminiten auf.  31  Wieder brachen die Benjaminiten aus der Stadt hervor und erschlugen wie die vorigen Male einige von den Israeliten. Dabei entfernten sie sich immer weiter von der Stadt in Richtung Bet-El und Gibeon[*]Gibeon. 9 km nordwestlich von Jerusalem und 6 km von Gibea entfernt.. Sie hatten schon etwa 30 Mann auf dem freien Feld erschlagen  32  und riefen: "Wir schlagen sie wie beim ersten Mal!" Aber die Israeliten hatten verabredet: Lasst uns fliehen, damit wir sie von der Stadt zu den Landstraßen weglocken.  33  So gingen die Männer Israels zurück und ordneten sich bei Baal-Tamar[*]Baal-Tamar. Ort an der Grenze zwischen Juda und Benjamin, dicht bei Gibea. neu. Gleichzeitig brachen die Männer aus dem Hinterhalt westlich von Gibea hervor.  34  Es waren 10.000 aus ganz Israel ausgesuchte Krieger. Sie gingen gegen die Stadt vor, und es kam zu einem schweren Kampf. Die anderen Benjaminiten ahnten nicht, dass das Unglück sie schon erreicht hatte.  35  An diesem Tag tötete Jahwe durch die Israeliten 25.100 bewaffnete Kämpfer aus dem Stamm Benjamin.  36  Schließlich mussten die Benjaminiten einsehen, dass sie geschlagen waren.

Der Kampf war so verlaufen: Die Israeliten hatten den Benjaminiten Raum gegeben, weil sie sich auf den Hinterhalt verließen, den sie in der Nähe der Stadt gelegt hatten.  37  Die Männer des Hinterhalts stürmten auf Gibea zu und eroberten die Stadt. Alle Bewohner töteten sie mit dem Schwert.  38  Sie hatten mit den Israeliten vereinbart, dass sie dann eine Rauchwolke aus der Stadt aufsteigen lassen wollten.  39  Als nun die Mannschaft Israels vor den Benjaminiten zurückwich, hatten diese angefangen, einige von ihnen zu erschlagen, etwa 30 Mann. Sie riefen: "Wir werden sie besiegen wie im ersten Kampf!"  40  Doch da begann eine Wolke aus der Stadt aufzusteigen, die zu einer Rauchsäule wurde. Und als die Benjaminiten sich umschauten, sahen sie, dass die ganze Stadt wie ein Ganzopfer in Flammen aufgegangen war.  41  Da machten auch die Israeliten wieder kehrt und stellten sich zum Kampf. Die Männer Benjamins waren entsetzt und merkten, dass sie verloren waren.  42  Da versuchten sie, vor den Israeliten in Richtung Wüste zu fliehen, aber die Schlacht holte sie ein. Und die israelitischen Männer, die aus Gibea kamen, nahmen sie in die Zange.  43  So umzingelten die Israeliten die Benjaminiten. Sie verfolgten sie ohne Rast bis östlich von Gibea und machten sie nieder.  44  Auf diese Weise fielen 18.000 benjaminitische Krieger.  45  Der Rest versuchte, weiter in Richtung Wüste zum Felsen Rimmon[*]Rimmon. Der Felsen liegt 18 km nordöstlich von Jerusalem und ist auf drei Seiten durch tiefe Täler von der Umgebung abgeschnitten. Die Höhlen dort konnten 600 Männern monatelang Schutz und Unterkunft bieten. zu fliehen. Doch die Israeliten schlugen auf den Straßen noch einmal 5000 Mann nieder und bei der weiteren Verfolgung noch einmal 2000 Mann.  46  So waren an diesem Tag 25.000 bewaffnete Benjaminiten gefallen, alles tapfere Krieger.  47  Nur 600 Mann erreichten den Felsen Rimmon und verschanzten sich dort vier Monate lang. (Richt. 21,13)  48  Die Israeliten aber zogen durch das ganze Stammesgebiet von Benjamin und töteten alle Menschen und Tiere, die sie fanden, und brannten alle Ortschaften nieder.

 

© 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.12)
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