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Jeremia 39

Der Fall Jerusalems

 1  Die Eroberung Jerusalems ging so vor sich: Es war Januar[*]Januar. Nach Jeremia 52,4 war es genau am 10. Januar (wörtlich: am 10. des 10. Monats) 589 v.Chr. im neunten Regierungsjahr des Königs Zidkija von Juda, als König Nebukadnezzar von Babylon mit seinem ganzen Heer begann, Jerusalem zu belagern.  2  Am 9. Juli[*]Juli. Wörtlich: 4. Monat. Im Jahr 586 v.Chr. im elften Jahr Zidkijas hatten sie die Stadt aufgebrochen.  3  Da zogen die Heerführer des Königs von Babylon in die Stadt und richteten ihr Hauptquartier beim Mitteltor ein. Unter ihnen waren Nergal-Sarezer[*]Nergal-Sarezer war der Schwiegersohn Nebukadnezzars und wurde unter dem Namen Neriglissar sein Nachfolger. von Samgar, Nebu-Sar-Sechim[*]Nebu-Sar-Sechim. Im Jahr 2007 wurde auf einer Lehmtafel im Britischen Museum der Name dieses babylonischen Beamten entdeckt., der Palastvorsteher, und Nergal-Sarezer, der oberste königliche Berater.  4  Als König Zidkija und seine Soldaten das sahen, flohen sie. In der Nacht verließen sie die Stadt durch den Torweg zwischen den beiden Mauern am Königsgarten und versuchten, in Richtung der Araba[*]Als Araba wird der Jordangraben bezeichnet, der sich von Nord nach Süd durch ganz Israel zieht, sogar noch über das Tote Meer hinaus bis nach Elat. Er ist zwischen 12,5 und 22,5 km breit und befindet sich fast überall unterhalb des Meeresspiegels, im Toten Meer 394 Meter unter NN. zu entkommen.  5  Doch die chaldäischen Truppen nahmen die Verfolgung auf und holten Zidkija in der Araba bei Jericho[*]bei Jericho. Das war eine Strecke von etwa 25 km bei einem Höhenunterschied von mehr als 1000 Meter. ein. Sie nahmen den König gefangen und brachten ihn nach Ribla[*]Ribla. Siehe 2. Könige 23,33. in die Provinz Hamat vor den König von Babylon, der dort das Urteil über ihn sprach.  6  Zidkija musste zusehen, wie seine Söhne abgeschlachtet wurden. Auch die Oberen von Juda wurden in Ribla hingerichtet.  7  Danach wurden Zidkija die Augen ausgestochen, und man brachte ihn in Ketten nach Babylon.  8  In Jerusalem brannten die Chaldäer den Königspalast und alle anderen Häuser nieder und rissen die Stadtmauern ein.  9  Dann ließ Nebusaradan, der Befehlshaber der Leibwache, den Rest der Einwohner und alle, die zu ihm übergelaufen waren, gefangen nehmen und in die Verbannung nach Babylonien führen.  10  Nur einige Leute vom einfachen Volk, die nichts besaßen, ließ er in Juda zurück. Ihnen gab er Äcker und Weinberge.

Jeremias Befreiung

 11  Für Jeremia hatte König Nebukadnezzar Nebusaradan die Anweisung gegeben:  12  "Lass ihn holen und kümmere dich um ihn! Nimm ihn unter deinen Schutz und tu ihm ja nichts Böses an! Erfüll ihm alles, worum er dich bittet!"  13  Die Oberen des Königs von Babylon – es waren Nebusaradan, der Oberbefehlshaber, Nebuschasban, der Palastvorsteher, und Nergal-Sarezer, der oberste königliche Berater –  14  gaben den Befehl, Jeremia aus dem Wachthof zu holen. Sie übergaben ihn Gedalja Ben-Ahikam, dem Enkel Schafans, damit er ihn sicher nach Hause geleite. So blieb Jeremia beim Volk. (Jer. 38,28; Jer. 40,5-6)

 15  Als Jeremia noch im Wachthof eingeschlossen war, hatte er folgende Botschaft Jahwes erhalten:  16  "Geh zu Ebed-Melech, dem Nubier, und sag zu ihm: 'So spricht Jahwe, der allmächtige Gott Israels: Du wirst sehen, wie meine Worte über diese Stadt in Erfüllung gehen und das Unheil über sie hereinbricht. Du wirst es selbst miterleben. (Jer. 38,7)  17  Aber dich werde ich an jenem Tag retten, spricht Jahwe. Du wirst den Leuten, vor denen du Angst hast, nicht in die Hände fallen.  18  Ich lasse dich entkommen, damit du nicht getötet wirst. Du sollst dein Leben als Beute davontragen, weil du mir vertraut hast', spricht Jahwe." (Hiob 5,20)

 

© 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.12)
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