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Ester 1

1-5: Die Bedrohung der Juden

Die Macht eines Weltherrschers

 1  Es war in der Zeit des Xerxes[*]Xerxes. Hebräisch: Ahaschwerosch. Es handelt sich um den in Daniel 11,2 angekündigten vierten Herrscher nach Kyrus, Xerxes I., der von 486 bis 465 v.Chr. regierte. Sein Vater war Darius I., seine Mutter Atossa war eine Tochter des Königs Kyrus, der Israel die Heimkehr aus dem Babylonischen Exil ermöglichte., jenes persischen Königs, der von Indien bis Nubien[*]Nubien. Hebräisch: Kusch. Land am Oberlauf des Nil, südlich von Ägypten. über 127 Provinzen regierte  2  und dessen Thron in der befestigten Oberstadt von Susa[*]Darius I. hatte Susa zur Hauptstadt des persischen Weltreiches gemacht. Die Oberstadt mit dem befestigten Palastquartier lag 24 Meter über der Stadt und der eigentliche Palast noch einmal 16 Meter höher. stand.  3  In seinem dritten Regierungsjahr[*]drittes Regierungsjahr. Also 483 v.Chr. gab er ein Fest[*]Fest. Es war eine Art Siegesfeier, nachdem er alle Aufstände in seinem Reich niedergeschlagen hatte. für alle Fürsten und Beamten seines Reiches. Auch die höchsten Offiziere des Heeres von Persien und Medien waren erschienen, der hohe Adel und die Statthalter der Provinzen.  4  Volle 180 Tage lang stellte der König ihnen die Herrlichkeit seines Königtums und die strotzende Pracht seiner Größe zur Schau.  5  Danach lud er auch alle Bewohner der Residenz Susa, vom Vornehmsten bis zum Geringsten, zu einem Fest ein. Sieben Tage lang wurde auf dem Platz zwischen Palast und Park gefeiert.  6  Weiße und violette Vorhänge aus Baumwolle waren mit weißen und roten Schnüren an silbernen Stangen aufgehängt, die von Marmorsäulen getragen wurden. Auf dem Mosaikboden aus verschiedenfarbigen kostbaren Marmorsteinen und Perlmutt waren goldene und silberne Ruhelager aufgestellt.  7  Die Getränke reichte man in goldenen Gefäßen, von denen keins dem anderen glich. Der Wein aus den königlichen Kellern floss in Strömen.  8  Bei dem Gelage sollte keinerlei Zwang herrschen. Der König hatte seine Palastbeamten angewiesen, sich ganz nach den Wünschen der Gäste zu richten.  9  Gleichzeitig veranstaltete Königin Waschti im Palast des Königs ein Fest für die Frauen.

 10  Am siebten Tag rief König Xerxes in einer Weinlaune die sieben Eunuchen[*]Eunuchen. Nur solche Hofbeamte hatten auch Zutritt zum Harem. zu sich, die ihn persönlich bedienten. Es waren Mehuman, Bistha, Harbona, Bigtha und Abagtha, Sethar und Karkas.  11  Er befahl ihnen, die Königin im Schmuck ihrer Krone herzubringen. Das ganze Volk und die Fürsten sollten ihre außerordentliche Schönheit bewundern.  12  Doch Königin Waschti weigerte sich, der Aufforderung zu folgen. Da erboste sich der König sehr; Zorn loderte in ihm auf.  13  Gleich darauf besprach er sich mit den Weisen, die sich in der Geschichte auskannten, denn er pflegte seine Angelegenheiten vor die Gesetzes- und Rechtskundigen zu bringen. (1.Chron. 12,32)  14  Seine engsten Vertrauten, die zu ihm Zutritt hatten und den ersten Rang im Königreich einnahmen, waren die sieben Fürsten von Persien und Medien: Karschena, Schetar, Admata, Tarschisch, Meres, Marsena und Memuchan.  15  Er fragte sie: "Was soll nach dem Gesetz mit Königin Waschti geschehen? Sie hat sich einem durch die Eunuchen überbrachten Befehl[*]Das war ein offizieller Befehl und keine private Bitte. von König Xerxes widersetzt."  16  Da sagte Memuchan vor dem König und den Fürsten: "Die Königin Waschti hat sich nicht nur am König vergangen, sondern auch an allen Fürsten und am ganzen Volk in allen Provinzen des Königreiches.  17  Was sie getan hat, wird sich unter allen Frauen herumsprechen. Sie werden die Achtung vor ihren Ehemännern verlieren, wenn man erzählt, dass die Königin Waschti sich weigerte, einem ausdrücklichen Befehl von König Xerxes zu folgen.  18  Und wenn unsere Frauen von dem Verhalten der Königin gehört haben, werden sie es auch uns vorhalten. Das wird viel Ärger und Verdruss geben.  19  Wenn es dem König recht ist, sollte ein unwiderruflicher königlicher Erlass herausgegeben werden, der ins Gesetz der Perser und Meder aufgenommen wird, dass Waschti nie wieder vor ihm erscheinen darf. Der König möge eine andere Frau zur Königin machen, die diese Würde auch verdient. (Dan. 6,9)  20  Wenn man diesen Erlass des Königs in seinem ganzen Reich – so groß es auch ist – bekannt macht, werden alle Frauen, von den vornehmsten bis zu den geringsten, ihren Ehemännern den schuldigen Respekt erweisen."  21  Der Vorschlag gefiel dem König und den Fürsten. Wie Memuchan vorgeschlagen hatte,  22  schickte der König Schreiben in alle Provinzen seines Reiches, jeweils in der Schrift und Sprache des betreffenden Landes. Jeder Mann sollte Herr in seinem Haus sein, und in jeder Familie sollte die Sprache des Mannes gesprochen werden. (Est. 3,12; Est. 8,9; 1.Mose 3,16)

 

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