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Daniel 11

 1  Auch ich habe ihm einmal Hilfe und Schutz gegeben. Das war im ersten Regierungsjahr des Meders Darius."

Die große Geschichtsprophetie

 2  "Aber jetzt will ich dir die Wahrheit mitteilen: Noch drei Könige werden in Persien auftreten; danach kommt ein vierter[*]ein vierter. Xerxes I. (486-465 v.Chr.). Unter ihm stand Persien auf dem Gipfel seiner Macht., der reicher wird als alle seine Vorgänger. Wenn er durch seinen Reichtum dann zu großer Macht gekommen ist, wird er alles gegen das Reich der Griechen aufbieten. (Dan. 10,21)  3  Dann wird ein großer Held König[*]Held König. Offenbar ist Alexander der Große (336-323 v.Chr.) gemeint, der von Mazedonien aus ein riesiges Reich eroberte. werden und mit großer Macht herrschen. Er wird durchsetzen, was er will.  4  Doch auf dem Höhepunkt seiner Macht wird sein Reich zerbrochen und nach den vier Himmelsrichtungen zerteilt werden. Es fällt aber nicht seinen Nachkommen zu, und es ist auch nicht mehr so mächtig wie unter seiner Herrschaft. Denn sein Reich wird zerrissen und wird anderen gehören, die nicht mit ihm verwandt sind.[*]nicht mit ihm verwandt sind. Das erfüllte sich in den so genannten Diadochenreichen (siehe Fußnote zu Daniel 8,22). (Dan. 8,8; Dan. 8,22)  5  Und der König vom Süden[*]König vom Süden. Ptolemäus I. (323-283 v.Chr.) hatte sich zum Herrscher von Ägypten gemacht. wird mächtig werden, aber einer seiner Generäle wird noch stärker werden als er und eine eigene Herrschaft[*]eigene Herrschaft. Seleukos I. (vermutlich 312-281 v.Chr.), ein früherer General von Ptolemäus I., machte sich selbständig und errang die Herrschaft über Syrien. begründen, ein großes Reich.  6  Nach Ablauf einer Reihe von Jahren schließen sie dann ein Bündnis.[*]Bündnis. Um 250 v.Chr. Allianz zwischen Ägypten und Syrien. Die Tochter des Königs vom Süden[*]Die Tochter von Ptolemäus II., Berenike, heiratete Antiochus II., der dafür seine Frau verstieß. wird zum König vom Norden reisen, um ein Abkommen zu treffen. Doch sie kann ihren Einfluss nicht behaupten, und auch er wird nicht bestehen. Sie wird genauso sterben müssen wie ihr Vater und ihr Mann, die diese Verbindung gestiftet haben.  7  Doch ein Sprössling aus der gleichen Wurzel[*]Sprössling aus der gleichen Wurzel. Berenikes Bruder Ptolemäus III. (246-221 v.Chr.). wird an die Stelle ihres Vaters treten. Er wird den König vom Norden angreifen, in seine befestigte Hauptstadt[*]Hauptstadt. Entweder Seleuzia, die Hafenvorstadt, oder Antiochia selbst. eindringen und ihm seine Macht demonstrieren.  8  Er wird ihre Götter zusammen mit ihren gegossenen Bildwerken und den kostbaren Gefäßen und dazu Silber und Gold nach Ägypten schaffen. Dann wird er jedoch einige Jahre von ihm ablassen.  9  Darauf wird der König vom Norden[*]König vom Norden. Das war Seleukos II. im Jahr 242 v.Chr. in das Reich des Königs vom Süden einfallen, sich aber wieder in sein Land zurückziehen.

 10  Aber seine Söhne werden den Kampf aufnehmen und große Heeresmassen zusammenbringen. Diese Menge wird wie eine Sturmflut hereinbrechen und alles überfluten, sich aber wieder zurückziehen. Doch dann werden sie wieder rüsten und bis zu seiner Festung vorstoßen.[*]Dreimal griff Antiochus III. Ägypten an (221, 219 und 218 v.Chr.).  11  Da wird der König vom Süden voller Wut gegen den König vom Norden kämpfen und ihn trotz seiner Übermacht besiegen.[*]besiegen. Ptolemäus IV. schlug Antiochus III. 217 v.Chr. in Raphia bei Gaza.  12  Doch wenn er die große Heeresmasse besiegt hat, wird er übermütig werden. Er wird Zehntausende fällen, aber seine Macht nicht lange behaupten.  13  Denn einige Jahre später stellt der König vom Norden ein noch größeres Heer auf und rückt mit dieser riesigen Menge und großem Tross gegen ihn vor.  14  In dieser Zeit werden sich noch viele andere gegen den König vom Süden erheben. Sogar aus deinem Volk werden sich gewalttätige Menschen erheben, um die Weissagung zu erfüllen. Aber sie werden scheitern.  15  Dann wird der König vom Norden kommen und eine befestigte Stadt belagern und einnehmen.[*]einnehmen. Eroberung von Sidon durch Antiochus III. Die Streitkräfte des Südens werden nicht standhalten können, nicht einmal ihre Elitetruppen sind stark genug, ihm zu widerstehen.  16  Er kann machen, was er will, denn niemand leistet noch Widerstand. Auch im herrlichen Israel macht er sich breit und verwüstet das Land. (Dan. 8,9)  17  Dann fasst er den Plan, das ganze Reich des Königs vom Süden in seine Gewalt zu bekommen. Er wird ihm eine seiner Töchter zur Frau geben[*]zur Frau geben. Antiochus III. verheiratete seine Tochter Kleopatra 194 v.Chr. mit Ptolemäus V., um sein Reich zu verderben. Aber er wird sein Ziel nicht erreichen.  18  Schließlich wendet er sich gegen die Inseln und erobert viele von ihnen. Da wird ihm ein Heerführer entgegentreten und seinem Hohnlachen ein Ende bereiten; er wird es ihm so heimzahlen, dass ihm aller Übermut vergeht.[*]Übermut vergeht. Bei der Eroberung Kleinasiens und Teilen von Griechenland trat ihm der römische Feldherr Lucius Scipio 190 v.Chr. bei Magnesia entgegen und besiegte ihn. Antiochus III. werden schwere Tribute auferlegt.  19  Jetzt muss er anfangen, die Festungen seines eigenen Landes auszuplündern.[*]auszuplündern. Um die Tribute zu bezahlen, plünderte Antiochus III. befestigte Städte und Tempel seines eigenen Landes. Dabei wurde er 187 v.Chr. getötet. Doch dabei wird er stolpern und fallen und nicht mehr zu finden sein.  20  Sein Nachfolger wird einen Steuereintreiber durch Israel, die Zierde seines Reiches, schicken. Doch wird er schon nach kurzer Zeit getötet, aber nicht im Krieg und auch nicht im Zorn.[*]nicht im Zorn. Der Steuereintreiber Heliodor, Minister von Seleukos IV., lässt später seinen König hinterlistig ermorden.

 21  An seine Stelle wird ein niederträchtiger Mensch treten, der keinen Anspruch auf das Königtum hat, es aber durch Intrigen an sich reißt.[*]durch Intrigen an sich reißt. Der aalglatte Antiochus IV. war nicht als Thronfolger vorgesehen, schaffte es aber mit Hilfe von König Eumenes II. von Pergamon, den syrischen Thron zu besteigen. (Dan. 8,23)  22  Ganze Heere werden vor ihm weggeschwemmt und vernichtet werden, ja selbst ein Oberhaupt des Bundes.[*]... Bundes. Das erfüllt sich an dem Hohen Priester Onias III., der 175 v.Chr. von Antiochus IV. abgesetzt und 171 v.Chr. ermordet wurde.  23  Und nachdem er sich mit ihm verbündet hat, hintergeht er ihn. Nur mit einer kleinen Truppe wird er die Macht erringen.  24  Mitten im Frieden wird er in die reichsten Landstriche einer Provinz eindringen und tun, was keiner seiner Vorgänger je getan hat: Er raubt sie aus und verteilt die Beute verschwenderisch unter seine Gefolgsleute. Seine Pläne richten sich auch gegen befestigte Städte, allerdings nur eine Zeit lang.  25  Dann bietet er seine ganze Kraft und seinen ganzen Mut auf und zieht mit einem großen Heer gegen den König vom Süden, der ebenfalls ein großes und überaus starkes Heer gegen ihn aufstellen wird. Doch er wird nicht vor ihm standhalten, weil man Intrigen gegen ihn spinnt.  26  Seine engsten Vertrauten stürzen ihn, sein Heer zerstreut sich und viele finden den Tod.  27  Die beiden Könige sitzen dann am selben Tisch zusammen und versuchen sich gegenseitig hinters Licht zu führen. Doch ihre Pläne gelingen nicht, weil die Zeit für das Ende noch nicht gekommen ist.  28  Der König vom Norden wird mit großer Beute in sein Land zurückkehren. Doch sein Sinn ist gegen den heiligen Bund[*]heiligen Bund. Das meint das Volk, mit dem Gott einen heiligen Bund geschlossen hat, also Israel. gerichtet. Er handelt auch entsprechend[*]handelt auch entsprechend. Antiochus IV. marschierte auf der Rückreise gegen Jerusalem, richtete dort ein Blutbad an, betrat den Tempel und plünderte ihn. Er war offenbar ein Vorläufer des endzeitlichen Antichristus. und kehrt schließlich in sein Land zurück.

 29  Zu einer von Gott bestimmten Zeit wird er wieder in den Süden ziehen. Doch diesmal wird es nicht so enden wie beim ersten Mal.  30  Es werden nämlich Schiffe aus dem Westen kommen und ihn bedrohen.[*]ihn bedrohen. Kurz vor Alexandria trat 168 v.Chr. eine römische Gesandtschaft Antiochus IV. entgegen und forderte ihn ultimativ zur Umkehr auf. Da wird er den Mut verlieren und umkehren. Seinen Zorn aber wird er an dem heiligen Bund auslassen und sich mit denen verbünden, die diesem Bund den Rücken kehren.  31  Dann stellt er Streitkräfte auf, die das befestigte Heiligtum entweihen. Sie werden das regelmäßige Opfer abschaffen und das entsetzliche Scheusal[*]das entsetzliche Scheusal. Der Brandopferaltar wurde von Antiochus IV. zum Zeusaltar gemacht. Es könnte sogar sein, dass er ein Zeusbild, das seine eigenen Züge trug, im Tempel aufstellte. dort aufstellen. (Dan. 9,27; Dan. 12,11; Matth. 24,15)  32  Der König wird die, die sich gegen den Bund vergangen haben, durch glatte Worte zu Gottlosen machen. Aber das Volk, das seinen Gott kennt, wird standhaft bleiben und entsprechend handeln.  33  Und die Verständigen[*]Verständigen. Menschen, die im Gesetz geschult sind und Gott aufrichtig dienen. im Volk bringen viele zur Einsicht. Dafür werden sie eine Zeit lang mit Feuer und Schwert verfolgt, kommen ins Gefängnis und verlieren ihren Besitz. (Dan. 12,3)  34  Doch während dieser Zeit erfahren sie auch ein wenig Hilfe. Allerdings schließen sich ihnen viele nur zum Schein an.  35  Und auch von ihnen selbst werden einige zugrunde gehen. So sollen die Verständigen bis zur Zeit des Endes geprüft, geläutert und gereinigt werden, denn es dauert noch eine Weile bis zu dieser bestimmten Zeit.

 36  Der König aber wird machen, was er will. Er wird übermütig werden und sich einbilden, er sei mächtiger als alle Götter. Selbst gegen Gott, der über allen Göttern steht, wird er Ungeheuerliches reden. Und er wird Erfolg haben, so lange Gott es im Zorn über sein Volk zulässt, denn alles geschieht genau nach seinem fest beschlossenen Plan. (2.Thess. 2,4; Dan. 7,8; Dan. 7,25; Offenb. 13,5-6)  37  Selbst die Götter seiner Väter und den Lieblingsgott der Frauen wird er missachten wie jeden anderen Gott. Denn er bildet sich ein, über allen zu stehen. (1.Tim. 4,3)  38  Stattdessen verehrt er den Gott der Festungen[*]Gott der Festungen. Entweder meint das einen Gott, der Macht über Festungen verleiht, oder militärische Macht an sich., den seine Vorfahren nicht kannten. Ihn wird er mit Gold und Silber, mit Edelsteinen und Kostbarkeiten ehren.  39  Mit seiner Hilfe wird er starke Festungen zu Fall bringen. Wer seinen Gott anerkennt, den überhäuft er mit Ehren, lässt ihn über viele Menschen herrschen und gibt ihm ganze Ländereien als Lohn."

Am Ende der Zeit

 40  "Zur Zeit des Endes wird der König vom Süden[*]König vom Süden. Es scheint, dass die Prophetie hier nicht mehr auf Antiochus IV. zielt, sondern entweder den Einbruch der römischen Weltmacht schildert oder noch stärker als alles Vorhergehende den letzten Abschnitt der irdischen Geschichte im Blick hat. mit ihm zusammenstoßen, aber der König vom Norden wird mit Streitwagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen. Wie eine verheerende Flut wird er die Länder überschwemmen.  41  Er wird auch in das herrliche Land Israel eindringen, und viele werden dort umkommen. Nur die Edomiter, die Moabiter und ein Großteil der Ammoniter werden verschont. (Dan. 11,16)  42  Er wird seine Hand nach weiteren Ländern ausstrecken, und Ägypten kann sich nicht vor seinem Zugriff retten.  43  Er wird sich aller seiner goldenen und silbernen Schätze und seiner sonstigen Kostbarkeiten bemächtigen. Libyer und Nubier werden dabei in seinem Gefolge sein.  44  Dann aber werden ihn Gerüchte aus dem Osten und Norden erschrecken. Wutentbrannt wird er losziehen, um so viel wie möglich von seinen Feinden und ihren Gütern zu vernichten.[*]vernichten. Wörtlich: den Bann zu vollstrecken  45  Und gerade wenn er seine Prunkzelte zwischen dem Meer und dem Berg Zion aufgeschlagen hat, wird das Ende für ihn kommen, und niemand kann ihm helfen.

 

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