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Kirchen > Todesangstbasilika (Kirche der Nationen)

Die Todesangstbasilika erinnert an das Gebet Jesu vor seinem Leiden und Sterben: „Und er (Jesus) riss sich von ihnen einen Steinwurf weit und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, dass er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde.“ (Lukas 22,44)

An dieser Stelle wurde in byzantinischer Zeit während der Regierungszeit Kaiser Theodosius (347-395 n.Chr.) bereits eine Kirche gebaut. In der Mitte der Apsis befand sich der Fels auf dem Jesus gebetet hat. Diese Kirche war kleiner als die Heutige und wurde im Jahr 614 n.Chr. bei der Eroberung Jerusalems durch die persischen Sassaniden zerstört. Im 12. Jahrhundert bauten die Kreuzfahrer erneut eine Basilika, die aber bereits um das Jahr 1200 durch Saladin zerstört wurde. Die heutige Kirche wurde 1920-1924 an der Stelle der byzantinischen Kirche erbaut.

Der Beiname der Kirche, „Kirche der Nationen“, erinnert daran, dass die Kirche ausschließlich auf Spendenbasis von Gläubigen aus 16 Ländern erbaut wurde. Gespendet wurde aus Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Mexiko, Polen, Spanien, Ungarn, USA [Aushang].

Standort

Blick von der Straße vor dem Tempelberg. Im Vordergrund befindet sich das Kidrontal. Die Kirche links ist die Todesangstbasilika (Kirche der Nationen). Die Kirche mit den goldenen Zwiebeltürmen ist die Maria Magdalena Kirche und Dominus Flevit befindet sich unscheinbar rechts davon.

Lageplan des Gartens Gethsemane, der modernen Kirche sowie des früheren Kirchengebäudes aus byzantinischer und Kreuzfahrerzeit [Aushang]. In der Spiegelung ist die Ostmauer des Tempelbergs und das zugemauerte Goldene Tor zu sehen. Über die Mauer lugt die goldene Kuppel des Felsendoms.

Ansichten von außen

 

 

 

 

 

 

 

Ansichten des Kirchenschiffs

 

 

Der Altarraum der Todesangstbasilika mit dem Felsen, auf dem Jesus betete, in der Mitte.

Bild hinter dem Altar mit dem Vers aus Lukas 22, 43-44: Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, dass er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde.

Vor dem Altar liegt ein Teil des Felsens vom Garten Gethsemane offen.

 

Im linken Kirchenschiff befindet sich eine Darstellung aus Lukas 22,48: Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuss?

Im rechten Kirchenschiff befindet sich eine Darstellung aus Johannes 18,10: Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?

An der Decke der Kirche sind 12 Wappen der insgesamt 16 Länder angebracht aus denen die Spendengelder zum Bau der Kirche kamen. Daher rührt der Name „Kirche der Nationen“.

Die Basilika aus der Zeit der Kreuzfahrer wurde im 12. Jahrhundert gebaut und von Saladin bereits um das Jahr 1200 wieder zerstört. Einige Überreste sind hier zu sehen.

Der Garten Gethsemane

Im Garten stehen etliche sehr alte Olivenbäume, die mindestens 1000 Jahre alt sind oder älter [Gartenjournal]. Sie können, möglicherweise aus der Zeit Jesu stammen.

Der Olivenbaum (Olea europaea) wird seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. als Nutzpflanze kultiviert [Wikipedia]. Die Bäume können mehrere Tausend Jahre alt werden. Der wahrscheinlich älteste Olivenbaum der Welt zählt 5000 Jahre und steht in Kolymvari in Griechenland. Normalerweise werden Olivenbäume aber nur 300 bis 600 Jahre alt [Sardinien].

 

 

 

 

 

 


Anmerkung zum Umgang mit Heiligen und heiligen Stätten

Es ist uns Gläubigen nützlich, dass wir der Heiligen gedenken, damit wir unseren Glauben stärken, wenn wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren ist, wie ihnen durch Glauben geholfen wurde und man sich ein Beispiel nimmt an ihren guten Werken, jeder nach seinem Vermögen. Durch die Schrift, die Bibel, lässt sich aber nicht belegen, dass man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll. Denn es ist allein ein ewiger Versöhner und Mittler zwischen Gott und den Menschen gesetzt, Jesus Christus (1. Tim. 2). Der ist der einzige Heiland, der einzige Oberste Priester, Gnadenstuhl und Vorsprecher bei Gott (Röm. 8). Er allein hat zugesagt, dass er unser Gebet erhören will. Das ist der höchste Gottesdienst gemäß der Bibel, dass man Jesus Christus in allen Nöten und Anliegen von Herzen sucht und anruft (1. Joh. 2). Wenn Jemand sündigt, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesus Christus. [Confessio 1530]

Im übertragenen Sinn gilt dies auch für den Umgang mit „heiligen Stätten“, mit Orten und Gegenden, wo sich die Geschichten der Bibel zugetragen haben. Es ist uns Gläubigen nützlich beim Lesen der Bibel den Zusammenhang und das Umfeld des Geschehens zu kennen, um ein tieferes Verständnis des biblischen Textes zu erhalten. Die Stätten selbst sind nur Zeugnisse des Geschehens (Joh. 4, 20-24).


Links

Biblischer Bezug
Matthäus 26, 36-56: Jesus in Gethsemane und Jesu Gefangennahme
Markus 14, 32-52: Jesus in Gethsemane und Jesu Gefangennahme
Lukas 22, 39-53: Jesus in Gethsemane und Jesu Gefangennahme
Johannes 18, 1-11: Jesu Gefangennahme
 
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Quellen

Confessio 1530
21. Artikel der Confessio Augustana von 1530 in: Confessio oder Glaubens-Bekanntnuß, welche zu Augsburg anno 1530 den 25 Junii Kayser Carol dem V. von etlichen Chur-Fürsten und Ständten übergeben worden. Nach dem Exemplar, welches Anno 1630 hiebevor in Druck gegeben worden. Nürnberg bey Adam Jonathan Felßecker, 1730. (vgl. www.toledot.de/confessio)
 
Gartenjournal
www.gartenjournal.net/olivenbaum-alter
Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Olivenbaum
Sardinien
www.sardinien.com/olivenoel/alter_olivenbaum.cfm
Aushang
Informationsaushang an der Fassade der Todesangstbasilika (Kirche der Nationen)

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