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Konventionelle Chronologie vs. Revidierte Chronologie

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Im Kapitel „Von der relativen zur absoluten Chronologie“ wurde in einer kurzen Darstellung gezeigt, dass die Artefakte (vom Menschen Geschaffenes) der unterschiedlichen archäologischen Epochen an Hand der Chronologie der Pharaonen (Liste der Pharaonen von Manetho) datiert werden, d.h. durch Letztere die relative Chronologie der archäologischen Epochen mit unserer absoluten Chronologie korreliert werden. In diesem Kapitel soll es nun darum gehen in wieweit sich die Chronologie nach Manetho mit der biblischen Chronologie korrelieren lässt und dies zu einer schlüssigen Datierung sowohl der biblischen Ereignisse als auch der archäologischen Spuren führt.

 

Konventionelle Chronologie

Der Begriff „Konventionelle Chronologie“ meint, dass es sich um eine Chronologie handelt, die auf Grund eines allgemeinen Konsens heute fast ausnahmslos Anwendung findet. Und er bezieht sich darauf, dass die relative Chronologie der archäologischen Epochen an Hand der Liste der Pharaonen des Manetho (wie sie heute vorliegt) mit unserer absoluten Chronologie korreliert wird (vgl. Kapitel 4).

Was resultiert aus der Verwendung der konventionellen Chronologie in Verbindung mit der Annahme, dass der Auszug Israels aus Ägypten zur Zeit Pharao Ramses II. stattgefunden hat und Pharao Scheschonq I. der in 1. Könige 14,25 erwähnte Pharao Sisak war? Wie im vorangegangenen Kapitel beschrieben hätte dann die Zeit zwischen dem Auszug aus Ägypten und dem Beginn des Tempelbaus lediglich 285 Jahre betragen, was aber den 480 Jahren in 1. Könige 6,1 und den 300 Jahren in Richter 11,26 (Israel im Transjordanland) widerspricht. Neben der Unstimmigkeit der Zahlenangaben entstehen weitreichendere Abweichungen durch den Zusammenhang der Liste der Pharaonen mit den archäologischen Epochen (vgl. im Anhang: Zusammenhang der archäologischen Epochen und der Liste der Pharaonen).

Ein signifikantes Beispiel hierzu ist die Zerstörung Jerichos (40 Jahre nach dem Auszug aus Ägypten), wie sie in Josua 6 beschrieben wird. Es wird berichtet, dass die Stadt uneinnehmbar befestigt war, die Israeliten die Stadt trotzdem gewannen1 und sie mit Feuer verbrannten. Archäologische Ausgrabungen auf Tel es-Sultan (Jericho) brachten in vielen Grabungskampagnen2 zutage, dass die Stadt ein ausgeklügeltes Verteidigungssystem hatte (doppelte Mauern mit Rampe), beide Mauern durch ein Erdbeben nach außen stürzten3, es nur ein Haus zwischen den Mauern gab das nicht zerstört wurde4 und die ganze Stadt mit vollen Öl- und Getreidelagern niederbrannte. Kathleen Kanyon beschreibt detailliert die Auswirkungen des schweren Brandes5. Diese Spuren der Zerstörung der Stadt Jericho werden ans Ende der mittleren Bronzezeit (MBZ IIC/III) datiert. In derselben archäologischen Epoche finden sich auch in anderen Städten, die im Buch Josua im Landnahmebericht erwähnt werden, Spuren der Zerstörung6.

Die beschriebenen archäologischen Spuren passen sehr gut mit den Ereignissen überein, die im Buch Josua beschrieben werden. Doch Pharao Ramses II., als Pharao zur Zeit des Neuen Reiches, lebte am Ende der späten Bronzezeit (SBZ II). Zur Zeit der späten Bronzezeit aber gab es keine Stadt Jericho, und auch manch andere Städte des Landnahmeberichts existierten in der Epoche nicht7.

Es stellt sich die Frage, ob Ramses II. tatsächlich der Pharao war, der zu der Zeit amtierte, als Israel aus Ägypten auszog. Der Zusammenhang wird durch die Namensgleichheit im biblischen Text (Vorratsstadt Ramses) und dem Namen der Stadt Pi-Ramesse, die zur Zeit Ramses II. zu einer gewaltigen Residenzstadt ausgebaut wurde, hergestellt. Die Stadt Pi-Ramesse existierte aber schon im frühen Mittleren Reich, also lange vor Ramses II. In der Zeit trug sie den Namen Avaris und war mit ihrem Seehafen (damals war die Gegend noch nicht versandet wie heute) Ausgangspunkt der Hauptverkehrswege.8 D. Rohl schreibt zu dem Umstand, dass die Stadt, die die Israeliten bauten, mit Ramses in der Bibel angegeben wird: „An dieser Stelle sind ein paar Worte über die Vorratsstädte Ramses und Pitom, angebracht, die nach 2.Mose 1, 11 von den Israeliten gebaut wurden. Ramses war selbstverständlich Pi-Ramses, die Hauptstadt der 19. und 20. Dynastie, die den Schreibern des antiken Nahen Ostens lange bekannt war. Die Siedlung, die in früherer Zeit an der Stelle der ramessidischen Gründung gestanden hatte, trug jedoch den Namen hwt-w’rt (d.i. Avaris). Der biblische Verweis auf die Erbauung der Städte Ramses und Pitom (letzteres entspricht evtl. Tell er-Reteba) könnte mit einer modernen Enzyklopädie verglichen werden, die feststellt, dass die Römer eine Garnisonsstadt in York erbauten, obwohl die Stadt in römischer Zeit in Wirklichkeit Eboracum hieß. Der Name Ramses blieb mit der Qantir/Tell ed-Daba-Region noch verbunden, als die Stadt längst aufgegeben war. Aus der Sicht eines späteren biblischen Abschreibers wäre es ganz selbstverständlich, wenn sie die Stadt des Auszugs der Israeliten mit dem Namen bezeichneten, der zu ihrer Zeit gebräuchlich war, und nicht mit dem älteren Namen Avaris.“9,10

Es ist also keineswegs gesichert, dass Ramses II. der Pharao des Auszugs der Israeliten sein muss. Zudem war Ramses II. einer der ruhmreichsten Pharaonen mit der längsten Regierungszeit (67 Jahre)11. Die archäologischen Belege passen nicht zu einem Pharao, dessen Land durch schwere Plagen heimgesucht und dessen Streitmacht vernichtend geschlagen wurde, wie es im 2. Buch Mose (2. Mose 7 bis 2. Mose 14) berichtet wird. Diese Ereignisse passen besser zu den archäologischen Spuren der Zweiten Zwischenzeit (gut 300 Jahre früher) in deren Verlauf zeitweise Ägypten von den Hyksos (Fremdherrschaft auf Grund Schwächung der militärischen Macht der Pharaonen) regiert wurde, die schwere Verwüstungen anrichteten.12

Zur Frage ob Pharao Scheschonq I. (auch Schoschenk I.) der Pharao Sisak (auch Schischak) der Bibel ist schreibt D. Rohl: „Die Stoßrichtung des Schoschenkschen Feldzuges13 waren die Städte der Jesreelebene14 und des Jordantales. Hinzu kam ein zweiter Marsch in Richtung Negev. Entsprechend der konventionellen Chronologie hätte Schoschenk damit das Nordreich Israel angegriffen, das nach 1.Könige 11,4015 ein Verbündeter Schischaks war16. Die Bibel erklärt aber kategorisch, dass Schischaks Invasion unter Rehabeam, dem Sohn Salomos gegen das Königreich Juda gerichtet war17.18

Es zeigt sich, dass die beiden Fixpunkte Pharao Ramses II. und Pharao Scheschonq I. ungeeignet sind um die biblische Chronologie mit unserer absoluten Chronologie zu korrelieren19. Die Verwendung dieser Fixpunkte in Verbindung mit der konventionellen Chronologie führen an vielen Stellen der Bibel, die aufzuführen den Rahmen dieser Kurzdarlegung sprengen würde, dazu, dass die Geschichte der Bibel nicht zu den archäologischen Spuren passt. Dennoch sind sie bis heute die am weitesten verbreitete Grundlage um, zusammen mit der konventionellen Chronologie, die biblischen Ereignisse zu datieren.

 

Revidierte Chronologie

Wie die Überschrift dieses Kapitels andeutet, ist die konventionelle Chronologie kein „festgeschriebenes Gesetz“. Schon vor über 100 Jahre hat der dänische Ägyptologe Jens Lieblein in einem Buch (aufgelegt 1873 und 1914) die These vertreten, dass die Chronologie des Manetho in der Dritten Zwischenzeit künstlich in die Länge gezogen sei. Mitte des vergangenen Jahrhunderts folgten Ansätze eines archäologischen Laien, Immanuel Velikovsky, die aber in wissenschaftlichen Kreisen in Verruf gerieten. Seit den 1970er Jahren hat eine Gruppe britischer Ägyptologen die Debatte um die Chronologie wieder aufgegriffen. Die Diskussion dabei geht nicht nur um die Chronologie des Manetho, d.h. um die Chronologie Ägyptens sondern erstreckt sich auf alle Chronologien des Alten Orients (Babylon, Assyrien, …), die durch unterschiedliche Schriftzeugnisse mit Querbeziehungen20 ineinander verzahnt sind21.

Wie sieht es nun mit dem dritten genannten Fixpunkt aus, dem Todesjahr König Ahabs von Israel im Jahr 853 v.Chr.? Legt man die zeitlichen Angaben zugrunde, die im 1. Buch der Könige und im 2. Buch der Chronik genannt werden für die Regierungsjahre der Könige Israels und Judas, so kommt man auf eine Zeitspanne von 113 Jahren zwischen dem Todesjahr Ahabs und dem Beginn des Tempelbaus im vierten Regierungsjahr Salomos (vgl. im Anhang die chronologische Anordnung von Zeitangaben in der Bibel). Mit der Zeitangabe von 480 Jahren seit dem Auszug aus Ägypten (1. Könige 6,1) erhält man das Jahr 1446 v. Chr. für das Jahr des Auszugs.

Decken sich die so mit unserer absoluten Chronologie korrelierten Angaben mit den Funden der archäologischen Epochen? Nach der konventionellen Chronologie regierten 1446 v.Chr. die Pharaonen der 18. Dynastie zu Beginn des Neuen Reiches, und es war die Regierungszeit Thutmosis III. Die archäologische Epoche ist der Beginn der Spätbronzezeit (SBZ I). Damit würden sich die archäologischen Zerstörungsspuren Jerichos und anderer Städte der Landnahmeberichte aus dem Buch Josua am Ende der Mittleren Bronzezeit (MBZ IIC/III) ebenfalls nicht decken.

Ägyptologen wie u.a. der Wissenschaftler Peter James schlagen eine Revision der konventionellen Chronologie vor durch eine Verkürzung der ägyptischen Chronologie um ca. 250 Jahre, hauptsächlich durch eine Kürzung der Dritten Zwischenzeit. David Rohl geht sogar von einer Reduzierung um ca. 350 Jahre aus indem auch die 20. Dynastie verkürzt wird22. Die Ursachen hierfür sehen die Wissenschaftler in verschiedenen Wiedersprüchen, die sich aus der chronologischen Aneinanderreihung der ägyptischen Pharaonen und ihrer Regierungsdauer nach der konventionellen Chronologie ergeben. So wurde in Tanis ein Pharao der 22. Dynastie, in einem Komplex bestattet, der früher errichtet wurde als ein Grab eines Pharao der 21. Dynastie, was chronologisch nicht möglich ist23. Eine Inschrift in einem Grab südlich von Deir-el-Bahri, dessen Textinhalt in die 22. Dynastie datiert, befand sich an einer Stelle, die entsprechend eines weiteren Inschriftenfundes bereits in der 21. Dynastie versiegelt worden sein muss24. Und aus der Praxis, dass seit der 18. Dynastie die heiligen Apis-Stiere in den Kammern des Serapeum von Sakkara westlich des alten Memphis beerdigt wurden und aus der Anzahl der gefundenen Überreste zeigt sich, dass für die Dauer der Dritten Zwischenzeit deutlich zu wenige Tiere beerdigt wurden25. Solche Anomalien sind in der Fachliteratur seit längerer Zeit bekannt und sind auch bereits im Zusammenhang mit der Notwendigkeit der Revision der ägyptischen Chronologie diskutiert worden. Eine allgemein anerkannte Revision liegt bis heute aber noch nicht vor.

Folgt man nun den Vorschlägen verschiedener Wissenschaftler und verkürzt die ägyptische Chronologie, so ändert sich der Zusammenhang zwischen den archäologischen Epochen und den Pharaonen, die während dieser Epochen lebten, nicht. Was sich ändert ist die Datierung, die Jahreszahlen unserer absoluten Chronologie, die den archäologischen Epochen zugewiesen werden. Für den dritten Fixpunkt, das Todesjahr König Ahabs 853 v.Chr. und damit der Auszug aus Ägypten 1446 v. Chr., bedeutet dies, dass der Auszug aus Ägypten nicht am Anfang oder Ende der Späten Bronzezeit stattgefunden hat, sondern am Ende der Mittleren Bronzezeit. Das ist die Zeit in der auch die Zerstörungen der Städte Kanaans geschahen.

Am Ende der Mittleren Bronzezeit geschahen nicht nur in Kanaan großflächige Umbrüche durch die Landnahme unter Josua. Es ist in Ägypten ungefähr die Zeit am Ende des Mittleren Reiches und der Anfang der zweiten Zwischenzeit. Die Zeit in der Fremdherrscher, die Hyksos, über Ägypten aufzogen und das Land verwüsteten. S.T. Robinson zitiert in diesem Zusammenhang den ägyptischen Geschichtsschreiber Manetho mit den Worten:

„Tutimäus: Unter seiner Regierungszeit: aus Gründen, die ich nicht kenne, kämpfte Gott gegen uns, und unerwartet zogen Männer fremder Abstammung aus den Gegenden des Ostens gegen uns. Voller Zuversicht rückten sie gegen das Land vor und besetzten es ohne Schwierigkeiten und ohne Schlacht. Als sie ihre Herrschaft erhoben hatten, warfen sie ruhelose Feuer in unsere Städte, rissen die Tempel der Götter nieder und behandelten alle Bewohner auf die abscheulichste Weise. Etliche massakrierten sie. Die Frauen und Kinder der anderen führten sie in die Sklaverei.“26

Bild 9a: Archäologische Ausgrabungsstätte „City of David“ in Jerusalem mit einer stufenförmigen Wehranlage am Osthang des Hügels

Bild 9b: Die archäologische Ausgrabungsstätte südlich des Tempelbergs (roter Kreis)

Die Revision der ägyptischen Chronologie hat nicht nur Auswirkungen auf die Zeit des Auszugs aus Ägypten und der Landnahme. Das in der Einleitung erwähnte Zitat des Journalisten McCarthy, dass es zur Zeit König Davids und Salomo keine große Stadt Jerusalem mit Palästen und Tempel gegeben habe, beruht darauf, dass die archäologischen Funde aus dem Beginn der Eisenzeit stammen. Prominente Funde wurden durch die israelische Archäologin Eilat Mazar bei Grabungen südlich des Tempelbergs in der „City of David“ (vgl. Bild 9 ) gemacht. Die Grabungen brachten Überreste eines Verwaltungsgebäudes oberhalb einer massiven stufenförmigen Wehranalage zutage. Hierbei könnte es sich um einen Palast handeln. Doch die Keramik, die im Kontext mit dem Gebäude und der Wehranlage gefunden wurden stammen aus dem Beginn der Eisenzeit, also aus dem 12. Jahrhundert v.Chr. nach der konventionelle Chronologie und damit der Zeit der Landnahme (datiert mittels Pharao Ramses, vgl. Kapitel 7). Durch die vorgeschlagene Revision der ägyptischen Chronologie würde sich aber der Beginn der Eisenzeit auf ungefähr 1000 v.Chr. verschieben, was die Vermutung Eilat Mazars, den Palast König Davids gefunden zu haben, bestätigen würde.27

 

Gegenüberstellung

Die vorangegangenen Ausführungen haben den Gesamtumfang des Komplexes rund um die Problematik Datierung und Chronologie und die Argumente für eine Überarbeitung der ägyptischen Chronologie nur oberflächlich angerissen. Sie sollten die Zusammenhänge zwischen den biblischen Angaben, den archäologischen Epochen und den Grundlagen der Datierung derselben aufzeigen.

In Bild 10 (PDF) sind auszugsweise einige markante biblische Ereignisse und Personen aufgeführt und datiert. Auf der linken Seite wurden die biblisch chronologischen Angaben am Todesjahr König Ahabs von Israel festgemacht. Die angegebenen archäologischen Epochen werden nach einer revidierten Chronologie der Pharaonen Ägyptens datiert. Auf der rechten Seite wurde die biblische Chronologie an Hand der Namensgleichheit Pharao Ramses II. mit der Stadt Pi-Ramese fixiert und durch die Geleichsetzung Pharao Schoschenk I. mit dem Pharao Schischak der Bibel die Zeit der Richter verkürzt. Die archäologischen Epochen auf der rechten Seite werden angegeben, wie sie an Hand der ägyptischen Chronologie des Manetho konventionell datiert werden.

Als einziges archäologisches Ereignis wird auf beiden Seiten beispielhaft der Zeitraum der Zerstörungsspuren der antiken Stadt Jericho aufgeführt. Andere archäologische Spuren ließen sich ebenso einfügen. Auf der rechten Seite der Grafik wird deutlich, dass durch die Datierung der archäologischen Spuren an Hand der konventionellen Chronologie die Indizien der biblischen Geschichte in falschen Zeiten gesucht werden.

 

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Inhalt

  1. Einleitung
  2. Zeit und Datierung
  3. Chronologie
  4. Von der relativen zur absoluten Chronologie
  5. Biblische Chronologie
  6. Von der biblischen (relativen) zur absoluten Chronologie
  7. Konventionelle Chronologie vs. Revidierte Chronologie
  8. Gegenüberstellung der Chronologien
  9. Zusammenfassung
  10. Literatur
  11. Anhang

 


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Quellen und Anmerkungen

1 Da machte das Volk ein Feldgeschrei, und man blies die Posaunen. Denn als das Volk den Hall der Posaunen hörte, machte es ein großes Feldgeschrei. Und die Mauern fielen um, und das Volk erstieg die Stadt, ein jeglicher stracks vor sich. Also gewannen sie die Stadt. (Josua 6,20)

2 Grabungshistorie von Tel es-Sultan: Charles Warren (1868), E. Sellin und C. Watzinger (1907-1909/1911), John Garstang (1930-1936), K. M. Kenyon (1952-1958) und seit 1997 „La Sapienza“ University (Rom, www.lasapienzatojericho.it)

3 “fallen red bricks piling nearly to the top of the revetment. These probably came from the wall on the summit of the bank [and/or] … the brickwork above the revetment.” (Kathleen M. Kenyon, Excavations at Jericho, 3, p.110, London, British School of Archaeology in Jerusalem, 1981)

4 Seite 58 [Sellin, Watzinger 1913]

5 Kathleen Kanyon berichtet: The destruction was complete. Walls and floors were blackened or reddened by fire, and every room was filled with fallen bricks, timbers, and household utensils; in most rooms the fallen debris was heavily burnt, but the collapse of the walls of the eastern rooms seems to have taken place before they were affected by the fire." (Kathleen M. Kenyon, Excavations at Jericho, 3, p.370, London, British School of Archaeology in Jerusalem, 1981)

6 Bei archäologischen Ausgrabungen in verschiedenen Städten, die im Landnahmebericht im Buch Josua genannt werden, wurden Zerstörungsschichten am Ende der mittleren Bronzezeit (MBZ IIC/III) gefunden: Jericho (Josua 6), Hebron (Josua 10,36.37), Arad (Josua 12,24), Lachish (Josua 10,31), Hazor (Josua 11,13) und Bethel (Josua 18,13). [Zerbst, van der Veen 2005]

7 Städte des Landnahmeberichts im Buch Josua die am Ende der späten Bronzezeit (SBZ II) nicht existierten sind: Jericho (Josua 6), Ai (Josua 8), Gibeon (Josua 9), Hebron (Josua 10,36.37), Horma/Zephath (Josua 15,30) und Arad (Josua 12,24). [Zerbst, van der Veen 2005]

8 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Auaris; zuletzt geprüft am 12.08.2017

9 D. M. Rohl: Die revidierte Chronologie auf dem Prüfstand. Seite 237 [van der Veen, Zerbst 2003]

10 Der Name Ramses erscheint bereits in 1. Mose 47,11 (dort in einer unbedeutenden Abweichung als Rameses), um die Gegend zu benennen, in der sich die Vorfahren der Stämme Israels zur Zeit Jakobs zuerst niedergelassen hatten. Wie immer man rechnet, dies muss zu einem Zeitpunkt gewesen sein, als noch kein König namens Ramses über Ägypten geherrscht hat. Die kurze Regentschaft Ramses I. (ein oder zwei Jahre) liegt nur 15 Jahre vor der Regierungszeit Ramses II. Die Theorie, wonach andere Pharaonen mit dem Namen Ramses in sehr viel früherer Zeit regiert haben sollen, ist durch keinerlei Inschriftenfunde zu stützen. Es besteht auch kein Bedarf für eine derartige Erklärung. 1. Mose 14,14 enthält ein klassisches Beispiel für einen biblischen Namen, der in späterer Zeit aktualisiert wurde. Dort wird in einer Erzählung über Abraham der Name der Stadt Dan erwähnt, von der wir wissen, dass sie zu dieser Zeit Lajisch hieß. Erst sehr viel später, als der Stamm Dan sie erobert hatte (Richter 18) erhielt sie den Namen des neuen Besitzers. (John J. BIMSON: Auszug und Landnahme – Mythos oder Realität? Seite 397 [van der Veen, Zerbst 2003])

11 Seite 228-231 [Schneider 2002]

12 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hyksos; zuletzt geprüft am 12.08.2017

13 Der Feldzug Schoschneks I. wie er auf dem bubastidischen Portal in Karnak überliefert ist. Vgl. hierzu John J. Bimson: Die Schischak-Schoschenk-Gleichung-III. Weitere Kritik an der konventionellen Sichtweise. Seite 123-140 [van der Veen, Zerbst 2003])

14 Vgl. neben der Feldzugsliste entsprechend Fußnote 13 den Fund der Stele Pharao Scheschonq I. in Meggido in der Jesreelebene in Bild 7

15 Salomo aber trachtete, Jerobeam zu töten. Da machte sich Jerobeam auf und floh nach Ägypten zu Sisak, dem König in Ägypten, und blieb in Ägypten, bis dass Salomo starb (1.Könige 11,40). Vgl. auch 2. Chronik 10,2.

16 Befürworter der konventionellen Chronologie gehen davon aus, dass Jerobeam in Ägypten unterdrückt und von dort geflohen sei. Scheschonq I. habe deshalb einen Feldzug gegen ihn (das Nordreich Israel) unternommen (vgl. Scheschonq I., Seite 250 [Schneider 2002]). Das lässt sich aus dem biblischen Bericht aber nicht belegen.

17 Aber im fünften Jahr des Königs Rehabeam zog Sisak, der König in Ägypten, herauf wider Jerusalem und nahm die Schätze aus dem Hause des HERRN und aus dem Hause des Königs und alles, was zu nehmen war, und nahm alle goldenen Schilde, die Salomo hatte lassen machen (1. Könige 14,25-26). Der Feldzugsbericht Schoschenk I. entsprechend Fußnote 13 erwähnt demgegenüber Jerusalem nicht. Hier bedarf es der Vermutung, dass Schoschenk Jerusalem nicht erwähnte weil er die Stadt nicht eingenommen hatte.

18 D. M. Rohl: Die revidierte Chronologie auf dem Prüfstand. Seite 224 [van der Veen, Zerbst 2003]

19 Diese beiden Fixpunkte zusammen mit der konventionellen Chronologie führen zur sogenannten „Spätdatierung“ des Auszugs Israels aus Ägypten. Der Auszug wird dann auf das Jahr 1270-1250 v.Chr. datiert.

20 Als Beispiele für Querverweise seien hier nur genannt die Briefe des Assyrerkönigs Assur-uballit I. an den ägyptischen Pharao Echnaton (zwei Briefe im el-Amarna-Archiv) und das Jahr der Thronbesteigung des Babylonierkönigs Hammurabi, das sich durch astronomische retrograde Kalkulation aus Angaben der sogenannten Enuma Anu Enlil Sammlung der Bibliothek des Assyrerkönigs Assurbanipal mit etwas Unsicherheit bestimmen lässt, und das wiederum über Zimrilim von Mari und Jantin-Ammu von Byblos in Verbindung mit dem Pharao des Mittleren Reiches Neferhotep I. steht. Für eine ausführliche Diskussion siehe [van der Veen, Zerbst 2003]

21 Seite 19-20 [van der Veen, Zerbst 2003]

22 Seite 52 [Zerbst, van der Veen 2005]

23 In einer Königsgrabanlage von Tanis wurde Osorkon II., ein Pharao der 22. Dynastie, in einem Komplex bestattet, der früher errichtet wurde als ein Gebäude, in dem Psusennes I., ein König der 21. Dynastie, beigesetzt war. Das ist chronologisch unmöglich, es sei denn, beide, die 21. und die 22. Dynastie wiesen eine zeitliche Überlappung auf. Derartige Paralleldynastien sind aus anderen Zeitabschnitten bekannt, in der Dritten Zwischenzeit beispielsweise für die späte 22. und die 23. Dynastie oder die 25. und frühe 26. Dynastie. In diesem Fall wäre die Dritte Zwischenzeit deutlich kürzer gewesen als konventionell angenommen. (Seite 26-27 [van der Veen, Zerbst 2003])

24 In einem Felsenschacht südlich von Deir-el-Bahri wurde im Jahre 11 Schoschenks I. (22. Dynastie, konventionell 934 v.Chr.) ein Prophet des Amun, Djedptahefanch bestattet. Dies geht aus einem Text bei der Mumie hervor. Gleichzeitig bezeugt eine Inschrift, dass das Versteck im 10. Jahr des Siamun (21. Dynastie, konventionell 968 v.Chr.) versiegelt worden ist. Da eine nachträgliche Umgruppierung der Sarkophage aus baulichen Gründen nicht möglich war, liegt auch in diesem Fall eine chronologische Unmöglichkeit vor, wenn die 21. und 22. Dynastie zeitlich linear aneinandergereiht werden. (Seite 26-27 [van der Veen, Zerbst 2003])

25 In den Kammern des Serapeum von Sakkara westlich des alten Memphis wurden seit der 18. Dynastie die sterblichen Überreste der heiligen Apis-Stiere beigesetzt. Aus der Anzahl der Begräbnisse kann man auf eine mittlere Lebenserwartung der Stiere von 18 Jahren schließen. Für die Dritte Zwischenzeit fällt auf, dass die Zahl der Gräber viel zu gering ist. Selbst wenn man weitere Stiere in einer noch nicht erschlossenen Kammer hinzuzählt, fehlen immer noch etwa acht Stiere mit einer Gesamtlebensdauer, die etwa der Zeit der 21. Dynastie entspricht. (Seite 26-27 [van der Veen, Zerbst 2003])

26 S.T. Robinson: Jericho, Tell el.Deba and the end of the Middle Bronze Age. Journal of the Ancient Chronology Forum (JACF) 7 (1994/95), S. 27-51. Seite 53-54 [Zerbst, van der Veen 2005]

27 P. James, P. van der Veen: Geschichtsbild in Scherben? Wann regierte König Salomon – oder ist er nur ein Mythos? Eine Korrektur der Standarddatierung Palästinas um 100 oder gar 200 Jahre könnte Archäologen die Suche nach belegen erleichtern, hätte aber auch Folgen für die ägyptische Geschichtsschreibung. Spektrum der Wissenschaft, Dezember 2008

Dok. abzd000000 zuletzt aktualisiert: 13.10.2017


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